To the Moon and back.

To the Moon and back.

Angesichts der unfassbar dunklen Tage dieser Zeit, muss ich mich einfach manchmal zu besseren, leichteren Zeiten zurück träumen. Das klappt bei mir am besten kulinarisch. Heute geht es mal wieder an die weiten weißen Stände Andalusiens.

Wir wohnen meist – wie ich bestimmt schon erzählt habe – in Zahora. Der kleine Ort an der Costa de la Luz ist eher eine Ferienhaussiedlung mit Campingplatz und kleiner Hauptstraße, an der sich in fußläufiger Nähe unseres Hauses Restaurants finden. Der ortseigene Strand ist eine kleine Bucht und mir viel zu überlaufen. Die dortigen Bars und Chiringuitos hauen niemanden vom Hocker.
Gefühlt eine kleine Weltreise entfernt – also 20-30 Autominuten – liegt an der Küstenstraße Zahara de los Atunes. Achtung, Verwechslungsgefahr! Die Strecke führt durch kleine verschlafene Feriendörfer mit 60er Jahre Architektur und obligatorischen spanischen Hippiemärkten. Weiter geht es durch einige Kreisverkehre in Barbate, der ehemaligen Hochburg des Thunfischfangs in Andalusien. Die öden Mehrfamilienhäuser erinnern an das Franco-Regime. Nach Barbate erstrecken sich zur rechten Seite lange Strände, Kites ziehen ihre Bahnen am Horizont.
Angekommen in Zahara de los Atunes geht es über einen langen Holzsteg zu einem weiten, verhältnismäßig dicht bevölkerten Familien-Strand. Auf dem Weg passiert man den Grund und das eigentliche Ziel unserer Reise: die Chiringuito de la Luna. Die weißen Zelte und Schirme, die vor der flirrenden Mittagshitze schützen sollen, wirken wie eine kleine Oase. Köstlichstes Essen wird in zwei Schiffscontainern zubereitet. Den Tisch reserviert man am besten schon auf dem Weg zum Strand, zumindest im Herbst. Während der Hochsaison, musste man bereits zwei Tage zuvor reservieren, wie wir mit Schrecken im letzten Jahr feststellen mussten.

Hat man einen Tisch ergattert, fällt die Auswahl schwer: Paella, Tapas, ganze Fische oder Kalmare vom Grill, eine große Auswahl von Thunfischgerichten, dazu ein Glas eiskalter Weißwein – bei 40°Grad gerne auch mit Eiswürfel – und die Siesta ist perfekt.
Den Strandtag kann man am Abend dann noch mit einem Drink bei einem der im Sommer täglich stattfindenden Live-Konzert ausklingen lassen.

Ich habe Euch heute meine drei meiner Lieblingsgerichte aus dem Menü mitgebracht.
Die Rezepte sind als Annäherungen zu sehen. Die Almejas habe ich zuletzt vor drei Jahren probieren können, weswegen ich nicht weiß, ob noch ausreichend Verlass auf mein gustatorisches Gedächtnis ist. Zudem habe ich sie nie à la Tim Mälzer in Kitchen impossible analysiert. Für mich war die kulinarische Reise mit diesen Gerichten aber perfekt und selbst die Raupe hat gesagt, es schmecke fast so gut wie in Spanien.

Ensaladilla de pulpo

(4 Portionen)

1 Ei

50ml Olivenöl

50ml Rapsöl

Zitrone

300g Kartoffeln

1 gegarter Pulpoarm

Pimentón de la Vera

Die Kartoffeln schälen und in leicht gesalzenem Wasser gar kochen. Ankühlen lassen. Den Pulpoarm in dünne Scheiben aufschneiden.

Das Ei mit einem Pürierstab aufschlagen und nach und nach halb Oliven-öl, halb Rapsöl unterrühren, so dass eine cremige Emulsion entsteht. Mit Zitronensaft und Salz abschmeckn.

Die abgekühlten Kartoffeln in Würfel oder Scheiben schneiden, mit der Mayonaise mischen, abschmecken und nach Belieben mit Zitrone und Salz nachwürzen. Auf einen Teller geben und mit den Pulposcheiben belegen, zuletzt mitr Pimentón de la vera bestreuen.

Almejas luna

( 4 Portionen)

1 kg Venusmuscheln

100g durchwachsner SPeck in Scheiben

1 Zwiebel

100ml Weißwein

250ml Geflügelfond

3 Zweige Thymian

ein paar Fäden Safran

50g kalte Butter

Die Muscheln putzen. Es empfiehlt sich grundsätzlich, sich solange zu waschen und zu spülen bis sich keine Sandreste mehr im Spülbecken befinden.

Den Speck in einen großen Topf auslassen und anrösten, währenddessen die Zwiebel putzen und fein würfeln. Den Speck entfernen und die Zwiebel im Fett goldbraun rösten. Mit Weißwein ablöschen. Den Thymian, die Muscheln und den Geflügelfond hinzugeben, aufkochen lassen und dann bei niedriger Temperatur garen lassen. Zuletzt den Safran hinzugeben und mit der kalten Butter binden.

Coquinas al Tio Pepe

( 2 Portionen)

500g Tellines, Coquinas bzw. Dreiecksmuscheln

4 Knoblauchzehen, in in Scheiben geschnitten

1 Glas trockener Sherry, wahlweise Weißwein

3 Stängel Petersilie

25g kalte Butter

Die Coquinas waschen. Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden. In einer Pfanne mit heißem Olivenöl goldgelb braten. Die Coquinas zugeben und mit Sherry oder Weißwein ablöschen. Bei mittlerer Temperatur garen. Die Sauce mit kalter Butter binden. Die Petersilie hacken und vor dem Servieren übder die Muscheln streuen.

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2 Responses to To the Moon and back.

  1. Sophie 4. März 2022 at 17:00 #

    Eine wunderschöne Erinnerung an einen einzigartigen Urlaub mit der besten kulinarischen Reisebegleiterin. Danke für die vielen gastronomischen Geheimtipps an der Costa de la Luz.
    Den Ensaladilla de Pulpo möchte ich unbedingt probieren.Sieht sehr gut aus!
    Die Fotos tun gut.

    • pia 6. März 2022 at 19:43 #

      Du Liebe, vielen Dank! Nächstes Mal Tapaabend a la Cevezeria bei uns! Mit den passenden Gläsern.;-)

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