Västerbottenpaj – schwedische Käsequiche

Västerbottenpaj – schwedische Käsequiche

Helan går oder ein Lied, ein Krebs, ein Schnaps.

Unter diesem Motto wird jährlich in Schweden im August das Kräftskiva, das Krebsfest gefeiert. Ich habe das Fest durch eine liebe Kollegin und Freundin kennenlernen dürfen. Mittlerweile ist sie nach Schweden ausgewandert, weswegen ich nun schon einige Jahre auf die Feierlichkeiten verzichten musste. Dieses Jahr habe ich mir überlegt, einfach selbst ein Kräftskiva auszurichten. Auf Nachfragen, was denn die traditionellen Beilagen seien, bekam ich tatsächlich die Antwort, die Schweden kämen satt zu dem Fest, es sei ja schließlich ein Sauffest… Was soll ich sagen, das bringt es ganz gut auf den Punkt.

Aber ich habe diesbezüglich natürlich nicht lockergelassen, zum einen, da ich selbst auch immer reich bewirtet wurde, zum anderen, weil meine Gäste keine Schweden waren und nicht nicht wissen konnten, was auf sie zukommt. Außerdem: was hätte ich Euch denn dann schreiben sollen?
Herr Nimmersatt, der wiederum wusste Bescheid, wollte das Singen verweigern. Es sei doch albern, wenn acht Westfalen in Hamburg schwedische Lieder sängen, hat er gesagt. Einen Wodka später saßen wir mit Hütchenen und Lätzchen in Hamburg am Tisch und sangen schwedische Trinklieder. Der liebe Gatte hat das westfälische Bewusstsein für kulturelle Gepflogenheiten sowie den Respekt vor anderer Länder Traditionen unterschätzt. Ja und auch die Hüte und Lätzchen gehören dazu, ebenso wie Lampions und Girlanden, alles natürlich mit Krebsmotiven bedruckt.

Helan går

Helan går, sjung „hoppfadirallanlallanlej“
helan går, sjung „hoppfadirallanlej.“
Den som inte helan tar,
han heller inte halvan får,
helan gååååååååååår,
*trinken*
sjung „hoppfadirallanlej“

Die Krebse werden im Übrigen in einem Dunkelbier-Dill-Sud gekocht und kalt serviert. Sie sind nicht ganz einfach zu bekommen und noch schwieriger lebend, weswegen ich sie eingefroren und vorgekocht bei send a fish bestellt hatte. Die Krebse waren köstlich und ziemlich einfach zuzubreiten: Auftauen.

Die Krebsschalen sammelt man beim Essen auf dem Teller, damit man später weiß, wieviel Schnaps – vor allem trinkt man dazu Aquavit oder Wodka – man getrunken hat. Total logisch.

Aber zurück zu den Beilagen: Eine klasssische Beilage ist der Västerbottenpaj – eine Käsequiche. Klingt nicht unbedingt naheliegend, macht aber Sinn, denn wie soll man ohne vernünftige Grundlage den ganzen Alkohol verkraften? Der Västerbotten ist ein typisch schwedischer Käse, der einem jungen Parmesan ähnlich ist und durch eben diesen auch ersetzt werden könnte. Das Rezept habe ich bei Rachel Khoo gefunden, lediglich die Zwiebeln habe ich weggelassen. Der Mürbeteig ist mit Senf und Wodka gepimmt, die Idee fand ich einfach großartig. Dazu kann man Fischrogen, Krabben oder auch Pfifferlinge servieren.

Västerbottenpaj

(20 cm Durchmesser)

Teig

150g Mehl

90g kalte Butter

1 EL körniger Senf

1 EL Wodka

ca 4 EL Eiswasser

1/4 TL Meersalz

Füllung

3 Eier

300ml Sahne

300g geriebener Västerbotten

Meersalz

frisch gemahlener Pfeffer

Belag

250g Pfifferlinge

2 EL Butter

2 EL glatte Petersilie, fein gehackt

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

Mehl und Salz mit Senf und kalter gewürfelter Butter in der Küchenmaschine kneten, den Wodka und nach und nach das Eiswasser hinzugeben bis ein glatter Teig entstanden ist. Über Nacht bzw. mindestens eine Stunde kaltstellen. Zwischen 2 Frischhaltefolien dünn ausrollen und in eine ausgefette Kuchenform legen. 30 Minuten kaltstellen und den Ofen auf 180°C vorheizen. Den Teig mehrmals mit der Gabel einstechen, mit Backpapier auslegen und Backerbsen einfüllen. 20 Minuten mit Backerbsenund nochmals 10 Miinuten ohne backen.

Für die Füllung die Zutaten mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken, in den Teig füllen und alles 45 Minuten backen. Abkühlen lassen.

Die Pfifferlinge putzen, in der Butter kräftig anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen, die Petersilie dazugeben und auf die Quiche legen. Skål!