Mit der Lizenz zum Muschelnsammeln...

Mit der Lizenz zum Muschelnsammeln…

…ziehen wir aus an den Strand in Gordons Bay zum Beach Braai. Braai ist afrikaans für Grillen.

Gordons Bay liegt etwa 40km von Kapstadt entfernt an der Küstenstraße nach Hermanus. Dort ist ein Surferstrand, windig und recht einsam gelegen.  Das Meer ist schon spürbar wärmer als in der Stadt, da es sich langsam dem indischen Ozean annähert. Das unbedarfte Schwimmvergnügen war dieses Jahr allerdings durch die Meldungen der Haiattacken vom letzten Jahr, die es auch in die Bildzeitung geschafft haben, getrübt.

Jedes Jahr braaien wir dort. Bevor wir aufbrechen, kaufen wir immer im Township direkt von der Ladefläche eines Bakkie (afrikaans für Pick-up) einen fangfrischen Snoek – eine Hechtmakrele, die vor allem in den Gewässern der südlichen Halbkugel vorkommt. Wir lassen ihn ausnehmen, den Kopf abtrennen und die Gräte entfernen, so dass wir ihn später aufgeklappt grillen können.

Tim, ein guter südafrikanischer Freund, hat die Lizenz zum Muschelnsammeln. Am Strand angekommen – meist dämmert es schon, weil wir die Zeit beim Wein und Beilagen aussuchen vertrödeln – geht er ins Meer und pflückt zwischen den Steinen frische Miesmuscheln. Ich wasche den Snoek im Meer, das spart das Salzen und die Anderen bereiteten das Lagerfeuer, die Kerzen zur Beleuchtung im Sand und den Salat vor.

Während der Vorbereitungen geht die Sonne unter und wir können bei einem Glas Wein einen der fantastischsten Sonnenuntergänge, die ich je gesehen habe, bewundern.Snoek2 (1)

Die frisch gesammelten Muscheln werden als erster Gang, über dem Feuer in einer Aluschale mit ein wenig Zitronensaft gegart, serviert.

Tim bereitet den Fisch auf traditionelle Weise zu: Die Fleischseite wird mit Knoblauch, Butter und Aprikosenmarmelade eingerieben. Mit der Hautseite nach unten grillen wir ihn über dem Feuer. Serviert wird er mit einer Koriander-Salsa.  Dazu gibt es einen im Meer gekühlten Land’s End Savingnon Blanc, den wir am Vorabend beim Winetasting erstanden haben. Die ein oder andere Flasche kann man mit Glück noch zwischen den Felsen im Wasser finden!

Zum Nachtisch gibt es Feigen mit Nüssen und Honig, ebenfalls in einer Aluschale auf dem Braai gegart. Dazu reichen wir Mascarpone und trinken einen Dessertwein- am liebsten The Chocolate von Boplass.

Vollgefressen, glücklich, zufrieden und zugesandet schlagen wir uns in der Dunkelheit über die Trampelpfade zurück zu unseren Autos und verlassen diesen magischen Ort. Bis zum nächsten Jahr.

Snoek ist hier nicht zu bekommen. Vergleichbar sind Hecht und Makrele. Ich habe nur einen Seehecht bekommen, der seinen Zweck auch sehr gut erfüllt hat. Als Vinaigrette habe ich eine Ananas- Chili- Salsa serviert, dazu nächstes Mal.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hecht/ Aprikose

(4 Portionen)

1kg Hechtfilets

2 Knoblauchzehe

2 EL Butter

1-2 EL Aprikosenmarmelade

Aprikosenmarmelade

350g Aprikosen

1/2 Zitrone

Gelierzucker 2:1OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Für die Aprikosenmarmelade, die Aprikosen waschen und entsteinen. Die Aprikosenhälften mit der passenden Menge Gelierzucker und dem Saft der Zitrone aufkochen und langsam einköcheln lassen bis die passende Konsistenz erreicht ist. Mit einem Stabiler pürieren.

Den Fisch auf der Fleischseite mit der Butter, dem gepresste Knoblauch und einen Esslöffel der Aprikosenmarmelade einreiben. Im Fischgitter auf dem Grill garen.

Mit einer Salsa nach Wahl servieren.

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