Paris, mon amour.

Ich hatte drei Tage kindfrei. Und mannfrei. Ein Wochenende nur für mich, an dem ich tun und lassen konnte was ich wollte. Und das nach fast 2 Jahren nahezu symbiotischer Beziehung mit meiner Raupe. Klar, ich war schon mal beruflich unterwegs, aber das ist ja bei Weitem nicht vergleichbar. Und was macht frau, wenn sie frei hat? In eine schöne Stadt mit gutem Essen fahren: Paris, mon amour. Alleine verreist war ich schon seit drei oder gar vier Jahren nicht mehr und so war ich doch ein wenig aufgeregt, obwohl ich früher regelmässig alleine gereist bin – ich brauche meine Auszeiten.
Paris. Ist Paris nicht einfach wunderbar? Ich hab mich treiben lassen, keiner musste rechtzeitig mit Essen versorgt werden, keiner bekam schlechte Laune vor Hunger, wenn ich mich mal wieder nicht für eine der vielen Brasseries, Cafés oder Restaurants entscheiden konnte.
Ich bin auf dem Fahrrad durch die Stadt gefahren, habe Marais neu entdeckt, Mittag auf dem Marché des Enfant Rouge gegessen, ein petit dejeuner auf einem kleinen begrüntem Platz in mitten eines Keramikmarktes eingenommen, Steak frites mit Rotwein am Abend genossen. Als Snacks gab es Austern mit Crémant und Café au lait mit Eclaires.
Zwischendurch habe ich einen kurzen Schnack mit dem wunderbaren Koch des Prosper et Fortunée gehalten, der dachte, der Duft seiner frisch gebackenen Canelé habe mich zu ihm gelockt. In Wahrheit war es der Restaurant Guide Le Fooding, von dem ich mich hab führen lassen. Das tat dem Gespräch kein Abbruch, die Canelé durfte ich probieren, einen Platz in seinem kleinen Restaurant hatte er nicht mehr. Aber man muss ja Pläne für den nächsten Kurztrip haben!
Und ich kann nicht sagen, was mich immer treibt, aber sobald ich mit dem Fahrrad auf den Champs-Élysées einbiege und den Triumphbogen sehe, muss ich – ungeachtet der Qualität meines Leihfahrrads und der Temperaturen – eben diesen umrunden. Nein, es war nicht das erste Mal.
Die meiste Zeit habe ich allerdings in meinem Lieblingspark verbracht, dem Jardin du Luxembourg: Ich habe die Kinder mit ihren Segelbooten beobachtet, an meine Raupe gedacht und wieviel Spaß sie dabei haben würde, ich habe den Pétanque Spielern zugeschaut, das wahrscheinlich teuerste Eis von ganz Paris gegessen und einfach in der Sonne gesessen und gelesen. Danach habe ich mich in das angrenzende Quartier Vavin verirrt. Ein Kindergeschäft reihte sich an das andere und ich musste mich zusammenreißen, nicht alles aufzukaufen. Stattdessen habe ich mich mit einem Glas Chablis und einem leichten Salat erfrischt, um gestärkt den Rest der Stadt zu erkunden.
Und da ich Euch nicht nur von meinem Wochenende vorschwärmen wollte, habe Euch davon inspiriert einen Salat mit vielen Komponenten zubereitet: gebeizter Passionsfruchtlachs, Linsengemüse, confierte Tomaten nach Claudio del Principe und ein Auberginendip nach Ottolenghi. Der Aufwand lohnt sich. In die Tomaten habe ich mich schockverliebt und weiß gar nicht, wie ich vorher ohne sie leben konnte. 

Linsensalat mit gebeiztem Lachs, confierten Tomaten und Auberginendip

(3-4 Personen)

500g Lachsfilet ohne Haut
3 Passionsfrüchte
120g Zucker
80g Salz

1 Tasse Linsen
2 Lorbeerblätter
1 rote Zwiebel
1 gelbe Zucchini
4 Thymianzweige

500g Cherry-Tomaten
2 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
1EL Puderzucker
Salz
Frisch gemahlener Pfeffer
4 Zweige Majoran

3 Auberginen
1 Knoblauchzehen
1 Bio-Zitrone
3 EL Olivenöl
Salz
Frisch gemahlener Pfeffer

Creme fraîche
Zitronensaft
Chiliflocken
Salz

Passionsfrucht-Essig
Olivenöl
frisch gemahlener Pfeffer

Den Lachs abwaschen, ggf Gräten entfernen. Zusammen mit dem Salz, Zucker und dem Fruchtfleisch der Passionsfrüchte in einem Beutel vakuumieren und etwa 12 Stunden im Kühlschrank beizen.

Die Cherry-Tomaten halbieren. Ein Blech mit dem Öl bestreichen. Den Backofen auf 140°C Umluft vorheizen. Die Cherry-Tomaten ebenfalls auf das Blech legen und dünn mit dem Puderzucker bestreuen. Salzen und Pfeffern. Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden, die Majoranblättchen abzupfen und beides über die Tomaten streuen. Für eine Stunde im Ofen garen.
Abkühlen lassen.

Die Auberginen mehrfach von allen Seiten einstechen. Auf ein Backblech legen und für etwa 1 Stunde unter dem heißen Backofengrill garen bis sie aufplatzen und Zerfall. Die Auberginen und dabei alle 20 Minuten wenden. Das Gemüse aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. aufschneiden und das Fruchtfleisch heraus Löffeln.
Den Knoblauch schälen und zerdrücken, mit dem Fruchtfleich mit Hilfe eines Pürierstabes zu einer glatten Masse verarbeiten. Etwas Zitronenzesten hinzufügen mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer und Olivenöl abschmecken.

Die Linsen mit dem Knoblauch und den Lorbeerblättern mit der doppelten Menge an Wasser gar kochen.
Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Zucchini gut waschen und ebenfalls fein würfeln. Die Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten. Die Zucchini mit dem Thymian hinzufügen und garen. Die Linsen hinzufügen und abkühlen lassen.

Den Linsensalat mit Passionsfrüchtessig, ggf Weißweinessig, Olivenöl und Salz und Pfeffer abschmecken.Die confierten Tomaten unterheben. Den Lachs in Würfel schneiden und auf den Salat legen. Den Auberginendip sowie die Creme fraiche löffelweise auf dem Salat verteilen. Violà und bon Appetit, mes amis.

One Response to Paris, mon amour.

  1. Stephie 15/07/2017 at 05:12 #

    Ich habe Deinen tollen Salat gerade bei „Rezeptebuch“ gefunden und bin begeistert ! Der wird ganz ganz bald auf meinem Teller landen.
    Danke für das tolle Rezept !

    Lieben Gruß
    Stephie

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