Das Dach der Welt und Apfelkuchen ohne Ende.

Vor einigen Jahren bin ich auf dem Dach der Welt, durch den Himalaya, die Anapurna-Region, genauer den Jomsom-Trek gewandert. Der Jomsom-Trek ist ein Teilstück des sogenannten Anapurna Circuit. Die Wanderung dauert etwa 7 Tage, länger hatten wir leider keine Zeit. Da wir den Trek von hinten aufgerollt haben, sind wir sind mit einer kleinen Propeller-Maschine von Cosmic Airlines nach Jomsom gefolgen. Beidseits der Landebahn türmen sich hohe schneebedeckte Berge. Wie ich später erfuhr, ist es eine der gefährlichsten Landebahnen der Welt, eine Tatsache die mir keine Sorgen bereiten konnte – aber hätte ich es auch gewusst, mich wahrscheinlich nicht abgehalten hätte.Gedeckter Apfelkuchen

Wir waren zu viert und hatten uns durch befreundete Guides eine Route ausarbeiten lassen, so dass wir ohne Führung losziehen konnten. Übernachtet wurde in kleinen Bed and Breakfast mit wenigen Zimmern bei Einheimischen. Verständigt haben wir uns mit Händen und Füssen. Bereits der erste Tag prägte die nachfolgende Woche. Wir kamen in Muktinath, unserer ersten Station, an. Eine Tageswanderung durch eine lange steinige Ebene mit verhältnismäßig wenig Anstieg lag hinter uns.Gedeckter Apfelkuchen5 (1) In unsere Unterkunft sonnten wir uns auf der Dachterrasse und wärmten unsere müden Knochen und sahen freudig dem uns angebotenem Apfelkuchen entgegen. Die Zeit verflog und mittlerweile war es dunkel und kalt. Wir saßen um einem Tisch mit einer langen dicken Decke überzogen war. Unter dem Tisch stand ein Pott mit glühenden Kohlen, es war wohlig warm und die überanstrengten Muskeln konnten sich entspannen. Noch immer waren wir voller Erwartung auf den bestellten Apfelkuchen. Außer uns vieren war noch ein Japaner mit zwei Guides in der Unterkunft. Die Ungeduld wuchs und als es soweit war, stürzten wir uns hungrig auf den warmen Apfelkuchen mit Vanillesoße, der – wie uns dann bewusst wurde – extra für uns gebacken worden war! Von da an gab es jeden Tag Apfelkuchen oder Apfelstrudel mit oder ohne Soße!Gedeckter Apfelkuchen4

Der Jomsom Trek führt durch die Mustangregion, in der zu dieser Zeit die Apfelernte war, was uns neben einem regionalem starken Apfelschnaps das Vergnügen eines täglichen frischen Apfelkuchens bescherte. Außerdem fand sich zu unserer Belustigung mitten im Himalaya in jedem Dorf eine deutsche oder niederländische Bäckerei, vielleicht ein Grund für die Ähnlichkeit des nepalesischen Apfelkuchens mit unserem heimischen Apfelkuchen.Gedeckter Apfelkuchen4 (1)

Gedeckter Apfelkuchen1 (1)Der Kuchen war neben den Momos – nepalesische gedämpfte oder frittierte Teigtaschen – von denen ich mich hauptsächlich ernährte, eine schöne Abwechslung. Die Höhe und die tägliche Anstrengung meiner untrainierten Muskeln hatte mir wohl ein wenig den Appetit verdorben…Gedeckter Apfelkuchen2 (1)

Außer dem Apfelkuchen hat die Reise noch viele andere tolle Erinnerungen mit sich gebracht: Maoisten, die patrouillieren und gegen eine Quittung Geld von den Touristen einnahmen, unendliche lange Hängebrücken, die ich trotz Höhenangst überwunden habe, abendliches Baden in heißen Quellen zwischen den schneebedeckten Gipfeln… und natürlich Stolz, die Strecke und die Anstrengung gemeisterte zu haben, obwohl ich keine passionierte oder trainierte Wandermaus bin! Reisen ist neben Essen einfach die beste Sache der Welt und durch nichts zu ersetzten!Gedeckter Apfelkuchen3 (1)

Seit dem Urlaub ist Apfelkuchen für mich eng verknüpft mit Nepal und der Erinnerung an die wunderschöne Reise und deshalb heute für Euch meine überdachte… gedeckte Apfeltorte!Gedeckter Apfelkuchen2

Apfel

(12 Stücke)

Teig

300g Mehl

200g Butter

125g Zucker

1 Ei

Füllung

8 große säuerliche Äpfel

1,5 Bio-Zitronen

2-3 EL Zucker

1 TL Zimt

100g Semmelbrösel

nach Belieben Rosinen, Mandeln etc.

 

1 Ei

Puderzucker zum Bestreuen.Gedeckter Apfelkuchen5

Das Mehl mit der Butter in Flöckchen, Zucker und Ei mit den Knethaken eines Handrührers zu einer glatten Masse verarbeiten. Zum Schluss mit den Händen durchkneten. Den Teig eine Stunde kaltstellen.

Die Äpfel schälen, vierteln, die Gehäuse entfernen und in feine schieben schneiden oder hobeln. Die Apfelscheiben mit dem Zitronensaft, Zimt und Zucker vermengen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und zunächst 2/3 des Teiges ausrollen. Den Boden und die Ränder einer gefetteten Springform (ca. 26 cm Durchmesser) mit dem Teig auslegen. Die Äpfel abwechselnd mit den Semmelbröseln in die Form füllen. Den restlichen Teig ausrollen und auf die Äpfel legen. Die Teigränder verschließen. Den Teig mehrfach mit der Gabel einstechen.

Den Backofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ca. 1 Stunde goldbraun backen. 20 Minuten vor Ende der Backzeit mit dem verquirlten Ei bestreichen. Nach dem Backen mit Puderzucker bestäuben.Gedeckter Apfelkuchen3

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